Das Ende der kostenlosen Quote – was die 3-Euro-Regel für die Branche bedeutet
Der Phase-down ist vielen längst vertraut, doch die F-Gase-Verordnung setzt ab 2026 neue wirtschaftliche Akzente: Die Zuweisung von Quoten ist künftig nicht mehr kostenlos und beeinflusst die Preisgestaltung von Herstellern, Handel und Handwerk.
Steigende Einstandspreise. Höherer Liquiditätsbedarf. Preiserhöhungen.
Bislang basierte das Quotensystem auf einer Mengenbeschränkung, bei der die Verfügbarkeit den Marktpreis regelte. Die Quoten selbst wurden den etablierten Marktteilnehmern jedoch weitestgehend kostenfrei zugeteilt. Mit der neuen Verordnung wird dieses Prinzip jedoch in rechtlicher wie finanzieller Hinsicht grundlegend neu aufgesetzt.
Die Quoten werden nur dann zugeteilt, wenn der festgelegte Betrag beglichen wird. Dieser liegt bei 3,00 Euro pro Tonne CO₂-Äquivalent.
Ein Hersteller oder Importeur erhält seine zugeteilte Quote im F-Gas-Portal erst dann effektiv gutgeschrieben, wenn der entsprechende Betrag fristgerecht an die EU-Kommission überwiesen wurde. Zahlt ein Unternehmen nicht, verfällt der Anspruch auf die Zuweisung für das folgende Kalenderjahr.
Auf den ersten Blick wirken 3 Euro moderat. Doch durch die Berechnung auf Basis des CO2-Äquivalents ergibt sich für Kältemittel mit hohem Treibhauspotenzial ein erheblicher Kostenfaktor, der direkt am Anfang der Lieferkette ansetzt.
Eine exemplarische Rechnung für den Import:
R-452A (GWP 2140): 1 kg entspricht 2,140 Tonnen CO2-Äquivalent. Kostenaufschlag: 2,140 x 3,00 € = 6,42 € pro kg
R-134a (GWP 1430): 1 kg entspricht 1,430 Tonnen CO2-Äquivalent. Kostenaufschlag: 1,430 x 3,00 € = 4,29 € pro kg
R-32 (GWP 675): 1 kg entspricht 0,675 Tonnen CO2-Äquivalent. Kostenaufschlag: 0,675 x 3,00 € = 2,03 € pro kg
Für den Fachhandel bedeutet das:
- steigende Einstandspreise, besonders bei High-GWP-Kältemitteln.
Für Hersteller und Importeure:
- höherer Liquiditätsbedarf, da die Zahlungen zu Jahresbeginn fällig werden.
Und für das Handwerk:
- Preiserhöhungen, die erklärt und durchgesetzt werden müssen.
Die 3-Euro-Regel ist damit mehr als nur eine Gebühr. Sie ist ein Signal. Ein Kostenimpuls am Anfang der Lieferkette, der die gesamte Branche zwingt, ihre Kalkulation, ihre Beschaffung und ihre Produktstrategie neu auszurichten.
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